Pflege und Gesundheit

Gesundheitspolitik in Berlin

Als examinierte Altenpflegerin war es mir natürlich eine großes Anliegen, mich in Berlin für die Gesundheitspolitik einzusetzen. Zusammen mit meiner Fraktion möchte ich mich für eine bessere Pflege in Deutschland einsetzen. Den größten Handlungsbedarf in der neuen Legislaturperiode sehe ich im Bereich der Pflegefachkräfte. Wir brauchen mehr Pflegefachkräfte, bessere Arbeitsbedingungen und bessere Bezahlung, damit die Arbeit in der Pflege auch zukünftig für junge Menschen attraktiv ist. Dazu gehören bessere Rahmenbedingungen für das Pflegepersonal mit verbindlichen Personalschlüsseln und der Möglichkeit, den Schichtdienst flexibler zu gestalten.

Eine würdevolle Pflege im Alter zu gewährleisten, bleibt eine große Herausforderung auch in der Zukunft. Der demographische Wandel, die steigende Nachfrage nach Dienstleistungen rund um die Versorgung im Alter oder bei Pflegebedarf und der Fachkräftemangel werfen Fragen auf: Wie kann es gelingen, weiterhin gut ausgebildetes Personal für eine würdevolle Pflege alter und kranker Menschen zu finden? Wie können die Arbeitsbedingungen in der Pflege so weiterentwickelt werden, dass Krankenschwestern und Altenpfleger ihren Beruf nicht verlassen, sondern weiterhin mit hoher innerer Überzeugung diesen wertvollen Dienst am Menschen leisten? Unbestritten ist, dass die hohe Arbeitsbelastung und der Bürokratieaufwand in der Pflege dringend verändert werden müssen, damit wieder mehr Zeit für persönliche Zuwendung bleibt.

Die Diskussion um die Pflege findet in der Öffentlichkeit aktuell leider immer noch zu wenig Gehör. Das bedeutet aber nicht, dass es bei den Menschen kein Thema ist. Im Gegenteil, denn ich erlebe, dass sich immer mehr Menschen gerade zur Pflege viele Gedanken machen. Deshalb möchte ich mich im Bundestag dafür einsetzen, dass das Thema auch in den Medien und in der Politik die Wertschätzung erhält, die es in der breiten Bevölkerung bereits jetzt hat.

Nicht jeder kann pflegen – aber jeder kann von heute auf morgen pflegebedürftig werden. Fakt ist jedenfalls, dass der Staat die Pflegebedürftigen, deren Familien und das Pflegepersonal nicht alleine lassen darf. Vergessen dürfen wir auch nicht, dass die größte Gruppe des Pflegepersonals die Bürgerinnern und Bürger sind, die ihre Angehörigen teilweise bis zur Erschöpfung zu Hause pflegen.

In der letzten Legislaturperiode haben wir bereits viel auf den Weg gebracht: Mehr Leistungen für Pflegebedürftige, Entlastung für Angehörige und eine bessere Pflegeberatung. Die Reform des Pflegebedürftigkeitsbegriffs ist die größte Reform der sozialen Pflegeversicherung seit ihrer Einführung. Deutlich mehr Menschen können nun erstmals Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen und der Bedarf an Pflege kann sehr viel besser geplant werden als es mit dem alten System möglich war. Verbunden mit der Unterstützung für die Kommunen zur Verbesserung der Pflegeinfrastruktur und einer von weiten Teilen der Bevölkerung akzeptierten Erhöhung des Pflegesatzes zur Finanzierung der Versicherung sind wir damit in diesem Bereich auf einem guten Weg.

Es gilt ganz besonders die Pflegeberufe attraktiver zu gestalten. Darum möchte ich gerade um die Ausgestaltung einer allgemeinen Ausbildungsoffensive kämpfen, denn ich weiß, was die schönen Seiten des Berufes sind, es war für mich immer mein Traumberuf.