Öffnung des Propsteier Waldes in Eschweiler beschlossen

Seit Jahren setze ich mich für die Öffnung der ehemaligen militärischen Liegenschaft in Eschweiler ein. Ich bin der festen Überzeugung, dass ein solcher Raum innerhalb unserer Region wieder erschlossen werden muss. Den Wald abgesperrt und somit abgegrenzt von dem Rest der Stadt zu belassen wird den Chancen, die das Gebiet für die Naherholung bietet, bei weitem nicht gerecht. Dementsprechend glücklich bin ich darüber, dass es zwischen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und der Stadt Eschweiler endlich zu einem Kooperationsvertrag gekommen ist. Dank gilt auch dem Förderverein Propsteier Wald e.V., dessen Mitglieder sich seit Jahren für die Öffnung des Waldes einsetzen.

Zum Hintergrund: 

Die Sperrung der rund 350 HA des Propsteier Waldes begann mit dem Einzug der belgischen Streitkräfte Anfang der 1950er Jahr. Diese nutzten den Wald bis 1995 als Munitions- und Materialdepot. Nach Abzug der Streitkräfte wurde das Lager ausschließlich forstwirtschaftlich und jagdlich genutzt und musste aufgrund der baulichen Anlagen und Kampfmittelreste bis heute gesperrt bleiben. 

Nachdem feststand, dass der Propsteier Wald geöffnet werden soll, wurde vor dem Hintergrund seiner militärischen Nutzungsgeschichte vereinbart, dass erst nach Rückbau aller Gebäude bis zur Bodenplatte, der Entsorgung der asbest- und schadstoffhaltigen Abfälle sowie der Beseitigung sonstiger baulicher Gefahrensituationen der Propsteier Wald auf festgelegten und markierten Wegen für die Erholungsnutzung geöffnet wird.

Vor dem Hintergrund der im gesamten Gebiet vorherrschenden Gefahrensituation durch die militärischen Hinterlassenschaften werden nur ein Teil der vorhandenen Wege für Wanderer und Radfahrer ausgewiesen. Alle außerhalb des freigegebenen Wegenetzes gelegenen Waldflächen und die übrigen Wege werden aus Sicherheits- und Naturschutzgründen weiterhin gesperrt. Auch wird es ein ausdrückliches Wegegebot geben. Dafür haben BImA und Stadt gemeinsam mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf eine Kampfmittelverhütungsverordnung erarbeitet.

Mit großem Engagement haben sich die Vertreterinnen und Vertreter von BImA, Bundesforst, Stadt und Förderverein Propsteier Wald e.V. für dieses Ziel eingesetzt. Auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis die ersten Naherholungssuchenden nach 65 Jahren wieder offiziell das Sperrgebiet betreten dürfen, ist die Freude aller Beteiligten groß, endlich den Knoten in Sachen Propsteier Wald zu lösen und damit das Gebiet endlich auf neue Art und Weise zu nutzen.