Schreiben an Gastronomen in der Städteregion Aachen

Bild: Nikolai Kues

 Sehr geehrte Damen und Herren, 

liebe Gastronomen, liebe Hoteliers, 

ich schreibe Ihnen heute erneut als Ihre direktgewählte Abgeordnete. Zum Anlass nehme ich die gestrige Konferenz der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten der Länder. Dort wurden Maßnahmen beschlossen, die besonders Sie als Gastronomen und Hoteliers hart treffen. 

Gastronomiebetriebe sowie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause sowie der Betrieb von Kantinen. 

Viele von ihnen haben in den letzten Monaten Investitionen getätigt – Plexigläser zwischen den Tischen eingerichtet, Lüftungsanlagen ausgetauscht. Sie haben ihre Lokale winterfit gemacht, anständige Hygienekonzepte ausgearbeitet und weisen konsequent auf die Masken- und Dokumentationspflicht hin. Ich finde, dass die Menschen sich lieber mit Hygienekonzept im Restaurant treffen sollen, statt am heimischen Küchentisch oder im privaten Partykeller. 

Nun haben die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten anders entschieden. Aus großer Sorge vor Verhältnissen, wie wir sie zum Beispiel in Frankreich sehen. 

Ich bin ganz offen, ich kann Ihre Wut und Ihre Verzweiflung gut nachvollziehen, bei allen berechtigten Sorgen vor noch höheren Infektionszahlen. In vielen Gesprächen haben Sie mir bereits im Frühjahr geschildert, wie schwierig Ihre Situation war und ist. 

Ich bin wütend auf diejenigen, die sich in den vergangenen Wochen erkennbar nicht an Regeln und Empfehlungen gehalten haben. Menschen, die bewusst oder auch fahrlässig keinen Mundschutz getragen, keinen Abstand gehalten und die Hygieneregeln ignoriert haben. Ich weiß zu gut, dass die Gastronomie und die Veranstaltungsbranche in meinem Wahlkreis, der Städteregion Aachen, sich mehrheitlich unter hohem Aufwand bemüht haben diese Regeln einzuhalten. Sie müssen nun erneut darunter leiden, dass andere es nicht getan haben. Das ist nicht gerecht. 

Als Ihre Bundestagsabgeordnete möchte ich, dass mir mögliche tun, um Sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. 

Deshalb möchte ich Sie zunächst auf die geplanten Hilfen aufmerksam machen, die Bundesfinanzminister Olaf Scholz vorbereiten wird. Umsatzeinbußen bei den betroffenen Betrieben, Selbstständigen und Vereinen sollen weitgehend und so schnell wie möglich abgefedert werden. Dafür sollen Betriebe bis 75% des Umsatzes des Monats November 2019 erhalten. Ich erwarte, dass in den kommenden Tagen nähere Informationen veröffentlicht werden und hoffe, dass die Möglichkeit zur Antragsstellung so schnell wie möglich zur Verfügung steht. 

Genau wie im Frühjahr möchte ich Ihnen anbieten, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Mit vielen von Ihnen hatte ich Kontakt bei Problemen bei der Antragstellung. Sollten Sie Fragen oder Anmerkungen haben, wenden Sie sich bitte an mich und an mein Berliner Bundestagsbüro. Auch wenn die Hilfen durch die zuständigen Ministerien und Behörden erarbeitet werden, sehe ich es als meine Aufgabe an, als Ihre Bundestagsabgeordnete zu unterstützen und bei Problemen nach Möglichkeit zu vermitteln. 

Ich wünsche Ihnen alles Gute, privat sowie unternehmerisch – vor allem aber Gesundheit! 

Herzliche Grüße 

Ihre 

Claudia Moll